Tod und Verklärung
Werke von Mahler, Strauss und Verdi

Gustav Mahler: Todtenfeier, Symphonische Dichtung
Richard Strauss: Tod und Verklärung op. 24 TrV 158, Tondichtung für großes Orchester
Giuseppe Verdi: Quattro pezzi sacri für Chor und Orchester
1. Ave Maria
2. Stabat Mater
3. Laudi alla Vergine Maria
4. Te Deum

05.08.2022, ggf. Konzert in Südtirol

07.08.2022, Konzert in Garmisch-Partenkirchen in Kooperation mit dem Richard-Strauss-Institut

Chor und Orchester der Musikakademie der Studienstiftung des deutschen Volkes

Choreinstudierung: Christian Jeub

Dirigent: Martin Wettges

 
Unser Blick geht in den Sommer 2022, für den wir – nach der Absage 2020 und einer deutlich verkleinerten Musikakademie 2021 – wieder mit größerer Besetzung planen. Etwa 220 aktuelle und ehemalige Stipendiatinnen und Stipendiaten widmen sich dann in den Südtiroler Alpen wieder ganz der Musik: Im Mittelpunkt der Akademie steht ein künstlerisch-praktisches Programm für Chor und Orchester, das durch eine musikwissenschaftliche und eine kompositorische Arbeitsgruppe auch von theoretischer und künstlerisch-kreativer Seite beleuchtet wird. Ein Teil der Probenarbeit entfällt auf Einzel-Gesangsunterricht für alle Chorsängerinnen und -sänger und Registerproben für das Orchester mit renommierten Dozentinnen und Dozenten, die selbst an führenden Orchesterpositionen beziehungsweise als Solistinnen und Solisten mitwirken.
 
Erarbeitet wird bei der Musikakademie 2022 ein düsteres, aber wunderschön-klanggewaltiges Programm: 1888 ereigneten sich zahlreiche Naturkatastrophen sowie Eisenbahn- und Schiffsunglücke, Jack the Ripper trieb sein Unwesen und Vincent van Gogh schnitt sich sein Ohr ab – ein besonders trübes Jahr voller Gefahr und Unglück, so scheint es. Genau in diesem Jahr wurden auch die symphonische Dichtung Todtenfeier von Gustav Mahler, die Tondichtung Tod und Verklärung von Richard Strauss und das kirchenmusikalische Vokalwerk Quattro pezzi sacri von Giuseppe Verdi komponiert. Sie eint neben einer tieftraurigen Dunkelheit jedoch der im 19. Jahrhundert oft thematisierte und tröstende Gedanke „per aspera ad astra“ – durch das Raue zu den Sternen. In Mahlers Todtenfeier werden Leid, Trauer und Angst um den Verlust eines geliebten Menschen und zugleich Fragen nach einem Leben nach dem Tod reflektiert. Das Stück verwendete Mahler später für den ersten Satz seiner 2. Symphonie („Auferstehungssymphonie“), für die er als Antwort auf diese Fragen einen triumphal-erlösenden Schluss komponierte. In Richard Strauss’ Tondichtung begegnen die Hörenden einem kranken, mit dem Tod ringenden Menschen, der sich aber in einer Verklärung damit trösten kann, dass seine Seele ewige Ruhe finden wird. Und Verdi schafft es mit seinen vier geistlichen Chorstücken Schmerz und Elysium gleichermaßen mit der Unmittelbarkeit der menschlichen Stimme einzufangen. Andächtige bis große Orchesterklänge und ebensolche, oft vielstimmige Chorpassagen zeichnen das Programm aus. Wie diese Werke hatte auch das Jahr 1888 doch einige Lichtblicke zu bieten: Bertha Benz gelang die erste Überlandfahrt mit einem Automobil, das Concertgebouw in Amsterdam wurde eröffnet, Heinrich Hertz stellte die Existenz elektromagnetischer Wellen fest und Vincent van Gogh malte seine berühmten Sonnenblumen.
 
Musik verbindet – Stipendiaten und Stipendiatinnen, Alumnae und Alumni, Profis und Amateure – auch über das Musizieren hinaus: Der inmitten idyllischer Weinberge und Obstplantagen gelegene Akademieort Brixen bietet einen idealen Ausgangspunkt für Wanderungen und Ausflüge in die umliegende Welt der Dolomiten, nach Bozen und Meran. Dafür stehen den Teilnehmenden die Nachmittage und ein freier Tag zur Verfügung.